Fondsgebundene Rentenversicherung Häufig gestellte Fragen

Fondsgebundene Rentenversicherung − Unterschied zwischen klassischen Rentenversicherung und Fondsgebundenen Rentenversicherung - Vorteile - Harz IV - auf einmal auszahlen lassen - Halbeinkünfteverfahren

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Was ist der Unterschied zwischen einer klassischen Rentenversicherung und einer fondsgebundenen Rentenversicherung?

Sowohl die klassische als auch die fondsgebundene Rentenversicherung sind Formen der privaten Altersvorsorge und grundsätzlich funktionieren die beiden Varianten sehr ähnlich. Der Sparer zahlt monatliche Beiträge in einen Sparplan ein und nach mehreren Jahren, in der Regel zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr, wird dieses Kapital in Form einer Rente ausgezahlt. Während die Beiträge der klassischen Rentenversicherung aber überwiegend in niedrig- aber festverzinsliche Anlagen fließen und am Laufzeitende mindestens eine Garantierente zur Auszahlung bereitsteht, werden die Beiträge bei einer fondsgebundenen Variante in Investmentfonds investiert. Durch eine Investmentgesellschaft werden die Sparanteile direkt verwaltet.


Anlageerfolg und Rentenhöhe sind dadurch eng an das Börsengeschehen gebunden. Ein Garantiekapital bei Renteneintritt gibt es bei der fondsgebundenen Rentenversicherung nicht. Den hohen Renditechancen steht das börsenübliche Risiko gegenüber. Die Beiträge für fondsgebundene Rentenversicherungen können bei der Einkommenssteuer, im Gegensatz zur klassischen Form, nicht als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Nach einer Vertragslaufzeit von 12 Jahren sind die Erträge aber in der Regel steuerfrei. Ein großer Vorteil der fondsgebundenen Rentenversicherung ist, dass bei längeren Laufzeiten auch das Anlagerisiko zu Gunsten einer höheren Wertentwicklung minimiert wird. | Jetzt vergleichen


Welche Vorteile bietet mir eine Fondsgebundene Rentenversicherung?

Bei der klassischen Rentenversicherung wird das Geld von den Versicherungsgesellschaften vorrangig in Rentenpapiere, wie z.B. in deutsche Staatsanleihen investiert. Diese werfen aber häufig keine zufriedenstellenden Zinsen ab. Deshalb können Anleger bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung deutlich höhere Erträge erzielen und somit auch eine effektivere Altersvorsorge aufbauen. Viele Versicherer bieten Ihren Kunden die Möglichkeit Ihre Anlage selbst durch eine Auswahl von Fonds zu steuern. Bei wenig Zeit oder Kenntnis kann man auch bequem auf professionell gemanagte Fonds zurückgreifen.


Unter dem Aspekt der negativen Fondsentwicklung,werden kostenlose Kapitalumschichtungen mittlerweile von den meisten Versicherungen angeboten. Darüber hinaus kann man als Anleger bereits angehäufte Gewinne absichern, indem das Geld frühzeitig und innerhalb der Laufzeit in schwankungsärmere Fonds umgeschichtet wird (switchen).


Legt man sein Geld unmittelbar in Investmentfonds an, so müssen die Erträge jedes Jahr versteuert werden. Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung hingegen, werden die Steuern auf Erträge erst in der Auszahlungsphase fällig, somit erhöht sich auch der Zinseszinseffekt. | Jetzt vergleichen


Ist eine Fondsgebundene Rentenversicherung Hartz IV geschützt?

Anders als bei einer Riester- oder Rürup- Rente handelt es sich bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung um eine rein private Vorsorge, die vom Staat nicht speziell gefördert wird. Trotz Ihres Vorsorgecharakters ist sie dadurch nicht Hartz-IV geschützt. Das angesparte Vermögen muss verwertet werden, sofern der erlaubte Freibetrag überschritten wird.


Es gibt aber auch Ausnahmen bei der Anrechnung, nämlich bei besonderer Härte oder aus wirtschaftlichen Gründen. Beispielsweise wenn der Verlust bei einer vorzeitigen Kündigung der Versicherung so hoch ausfallen würde, dass er wirtschaftlich nicht zumutbar wäre. Damit soll ein Empfänger von Hartz IV vor einer Verschwendung seiner Ersparnisse geschützt sein. Ein Fall von besonderer Härte liegt vor, wenn ein Empfänger von Hartz IV über Jahrzehnte hinweg in die fondsgebundene Rentenversicherung eingezahlt hat und dann nur wenige Monate Arbeitslosengeld II bezieht, bevor die Rentenzeit beginnt. Hier würde die Versicherung ebenfalls nicht angerechnet werden. | Jetzt vergleichen


Habe ich die Möglichkeit, mir meine Fondsgebundene Rentenversicherung auf einmal auszahlen zulassen?

Der Versicherungsnehmer hat am Ende der Ansparphase in der Regel ein sogenanntes Kapitalwahlrecht. Er kann sich zwischen einer regelmäßigen Rentenzahlung oder einer Einmalzahlung in Höhe des erwirtschafteten Vermögens entscheiden. Die komplette Auszahlung kann bei einer Einmalzahlung steuerfrei sein, dafür muss die Police aber vor 2005 abgeschlossen worden sein. Der Vertrag muss bereits 12 Jahre Bestand haben und es müssen 5 Jahre lang Beiträge eingezahlt worden sein. Bei abgeschlossenen Verträgen nach 2005 muss die Hälfte versteuert werden und das 60. Lebensjahr erreicht worden sein. Im Falle der Kapitalabfindung sollte diese rechtzeitig vor Ende der Ansparphase bei der Versicherungsgesellschaft angemeldet werden. | Jetzt vergleichen


Wie werden die Auszahlung steuerlich behandelt?

Die steuerliche Behandlung differiert je nach Art der Auszahlung. Bei der Entscheidung für eine regelmäßige Rentenzahlung, greift die so genannte Ertragsanteilbesteuerung. Bei diesem Verfahren unterliegt nicht die gesamte Rente der Einkommensteuer, sondern nur ein festgelegter Ertragsanteil.


Bei Vertragsschluss ab 2005 und einem Rentenbeginn mit 65 Jahren, liegt dieser beispielsweise bei 18 Prozent. Damit belohnt der Gesetzgeber die private Vorsorgeleistung, nachdem die Beiträge regelmäßig aus dem Nettogehalt angespart wurden und in der jährlichen Einkommensteuererklärung weder als Werbungskosten noch als Sonderausgaben abzugsfähig sind. Die bis 2040 einzuführende nachgelagerte Besteuerung von Renten findet hier keine Anwendung.


Wählt der Versicherungsnehmer anstelle der Rentenzahlung eine Kapitalabfindung, ist das Jahr des Vertragsschlusses entscheidend. Während Kapitalabfindungen aus vor 2004 geschlossenen Verträgen noch steuerfrei sind, greift bei Vertragsschluss ab 2005 das Halbeinkünfteverfahren. Die Einmalzahlung ist dann zur Hälfte steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit erreicht hat und erst nach dem 60. Lebensjahr zur Auszahlung kommt.


Wenn die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt werden, unterliegen alle Erträge der Abgeltungssteuer (25 Prozent + Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer). | Jetzt vergleichen


Was ist bedeutet das Halbeinkünfteverfahren?

Bei der Besteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren wird nur die Hälfte der Einnahmen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften und Investmentfonds versteuert, die andere Hälfte ist steuerfrei. Gewinne aus Aktien und Fonds sind also nur zu 50 % steuerpflichtig, sofern sie den persönlichen Freibetrag übersteigen.


2009 wurde das Halbeinkünfteverfahren weitestgehend von der Abgeltungssteuer und dem Teileinkünfteverfahren abgelöst. Fondsgebundene Rentenversicherungen sind von der Neuregelung jedoch nicht betroffen. Für sie gilt bei einer Kapitalabfindung weiterhin: Nur 50 Prozent des Gewinns müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. | Jetzt vergleichen